Zuko 2018:

Ergebnisse Masterplan 3:

Wirtschaft und Arbeit


Bürgerbeteiligung im Digitalisierungsprozess

In der Fragestellung zur Bürgerbeteiligung im Digitalisierungsprozess wurde deutlich, dass ein zentrales Anliegen der Beteiligten in der Transparenz der Entscheidungsfindungsprozesse liegt. Der regelmäßige Informationsfluss zwischen Bürgerinnen und Bürgern und der Verwaltung, besonders auch hinsichtlich von Zwischenergebnissen, sehen die Beteiligten als elementar. Insgesamt wurde mehr „Werbung“ für die Teilnahme an Beteiligungsprozessen (ggf. durch einen Verantwortlichen der Stadtverwaltung oder durch die Implementierung von Multiplikatoren) gefordert. Laut einer aktuellen Umfrage des SINUS-Instituts fühlen sich 64% der Bürgerinnen und Bürger nicht ausreichend über das Thema Digitalisierung informiert. Grundsätzlich sollte nach Meinung der Beteiligten die breite Zivilgesellschaft ebenso eingebunden werden, wie Vertreter bestimmter Gruppen (Vereine, Einzelhandel, Migranten, Wirtschaft). Hierbei könnten auch neue Formate der Beteiligung zum Einsatz kommen. Beispielhaft wurden hier Vorschläge wie „kochen und diskutieren“ oder „Sitzung im Obdachlosenheim“ genannt. Wer auf welche Art und in welcher Intensität beteiligt werden soll, ist laut den Diskussionsteilnehmenden themengebunden. Rein technische Fragestellungen sollten eher unabhängige Experten beantworten, wohingegen inhaltliche Fragestellungen eher unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger bearbeitet werden sollten.


Chancen bzw. Risiken der Digitalisierung

Datenschutz und Datensicherheit waren bei der Diskussion um Chancen und Risiken der Digitalisierung das beherrschende Thema unter den Beteiligten. Vor dem Hintergrund aktueller Ereignisse und Berichte in den Medien über Datendiebstahl wurde dieses Thema besonders hinsichtlich des geplanten digitalen Bürgerkontos der Stadt Ludwigsburg heiß diskutiert.
Die Beteiligten waren sich dahingehend einig, dass eine Akzeptanz (beispielsweise für digitale Bürgerdienste) nur dann erreicht werden kann, wenn der Aspekt der Sicherheit eine hohe Priorität erfährt. Als wichtig wurde zudem ein niederschwelliger Zugang zu diesen digitalen Diensten erachtet. Dies sei vor allem auch bei möglichen Szenarien zur Nutzerauthentifizierung zu beachten. So werden beispielsweise zusätzliche Geräte, die zur Authentifizierung benötigt werden, als hinderlich für die Akzeptanz erachtet. In diesem Zusammenhang wurde auch thematisiert, dass zukünftige, digitale Angebote in einfacher Sprache gehalten werden sollten. Klar wurde in der Diskussion auch, dass sich die Beteiligten eine zentrale Zusammenführung von Angeboten aus den unterschiedlichsten Bereichen im Sinne einer „Bürgerplattform“ wünschen. Es sollen also nicht nur Prozesse bzw. Angebote der Verwaltung verfügbar gemacht werden, sondern ein ganzheitlicher Ansatz unter Einbeziehung von anderen Stakeholdern, wie z.B. Vereinen, dem ÖPNV und dem Einzelhandel gewählt werden.