SDG 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden

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Das 21. Jahrhundert wird das Jahrhundert der Städte genannt. Bis 2050 könnte sich die Zahl der Menschen, die in Städten wohnen, von heute knapp 4 Mrd. auf 6,5 Mrd. vergrößern. Aufgrund dieser Tatsache spricht das Ziel 11 die Städte und Gemeinden direkt an und unterstreicht damit ihre wichtige Bedeutung im Prozess der weltweiten Entwicklung für mehr Nachhaltigkeit. Bis 2030 sollen alle Menschen Zugang zu sicherem, erschwinglichem und geeignetem Wohnraum und entsprechenden Infrastrukturen bekommen. Das städtische Wachstum soll bis 2030 inklusiver und nachhaltiger gestaltet werden, zum Beispiel durch den Ausbau nachhaltiger Verkehrssysteme, die Senkung der Umweltbelastungen pro Kopf oder durch die Ausweisung von mehr Grünflächen und vielfältig nutzbaren öffentlichen Räumen. Auch Themen wie die Verbesserung der Luftqualität und die kommunale Abfallbehandlung spielen eine große Rolle.

Weitere Informationen zum SDG 11

Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit

Stadtentwicklung Ludwigsburg

Informationsplattform der UN

 

 

11.1 Bis 2030 den Zugang zu angemessenem, sicherem und bezahlbarem Wohnraum und zur Grundversorgung für alle sicherstellen und Slums sanieren

11.2 Bis 2030 den Zugang zu sicheren, bezahlbaren, zugänglichen und nachhaltigen Verkehrssystemen für alle ermöglichen und die Sicherheit im Straßenverkehr verbessern, insbesondere durch den Ausbau des öffentlichen Verkehrs, mit besonderem Augenmerk auf den Bedürfnissen von Menschen in prekären Situationen, Frauen, Kindern, Menschen mit Behinderungen und älteren Menschen

11.3 Bis 2030 die Verstädterung inklusiver und nachhaltiger gestalten und die Kapazitäten für eine partizipatorische, integrierte und nachhaltige Siedlungsplanung und -steuerung in allen Ländern verstärken

11.4 Die Anstrengungen zum Schutz und zur Wahrung des Weltkultur- und -naturerbes verstärken

11.5 Bis 2030 die Zahl der durch Katastrophen, einschließlich Wasserkatastrophen, bedingten Todesfälle und der davon betroffenen Menschen deutlich reduzieren und die dadurch verursachten unmittelbaren wirtschaftlichen Verluste im Verhältnis zum globalen Bruttoinlandsprodukt wesentlich verringern, mit Schwerpunkt auf dem Schutz der Armen und von Menschen in prekären Situationen

11.6 Bis 2030 die von den Städten ausgehende Umweltbelastung pro Kopf senken, unter anderem mit

besonderer Aufmerksamkeit auf der Luftqualität und der kommunalen und sonstigen Abfallbehandlung

11.7 Bis 2030 den allgemeinen Zugang zu sicheren, inklusiven und zugänglichen Grünflächen und öffentlichen

Räumen gewährleisten, insbesondere für Frauen und Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen

11.a Durch eine verstärkte nationale und regionale Entwicklungsplanung positive wirtschaftliche, soziale und ökologische Verbindungen zwischen städtischen, stadtnahen und ländlichen Gebieten unterstützen

11.b Bis 2020 die Zahl der Städte und Siedlungen, die integrierten Politiken und Pläne zur Förderung der Inklusion, der Ressourceneffizienz, der Abschwächung des Klimawandels, der Klimaanpassung und der Widerstandsfähigkeit gegenüber Katastrophen beschließen und umsetzen, wesentlich erhöhen und gemäß dem Sendai-Rahmen für Katastrophenvorsorge 2015-2030 ein ganzheitliches Katastrophenrisikomanagement auf allen Ebenen entwickeln und umsetzen

11.c Die am wenigsten entwickelten Länder unter anderem durch finanzielle und technische Hilfe beim Bau nachhaltiger und widerstandsfähiger Gebäude unter Nutzung einheimischer Materialien unterstützen

Stadtentwicklungskonzept (SEK) Ludwigsburg

Zukunftskonferenz 2015Seit 2006 gibt es in Ludwigsburg das Stadtentwicklungskonzept „Chancen für Ludwigsburg“. Es wurde vom Gemeinderat als Arbeitsprogramm für die Zukunft beschlossen. Das Herzstück bilden neben einer Vielzahl an Beteiligungsveranstaltungen die regelmäßig stattfindenden Zukunftskonferenzen, bei denen Bürger, Vertreter der Stadtverwaltung und die Politik gemeinsam Ideen für die Zukunft der Stadt entwickeln. Die Leitsätze und Ziele werden auf Stadtteilebene mit den Menschen vor Ort ausgearbeitet und sind so mit deren Bedürfnissen abgestimmt.
Damit keine Ideen verloren gehen, werden alle Erkenntnisse in Masterplänen festgehalten. So kann jeder den Überblick behalten und genau verfolgen, ob geplante Maßnahmen umgesetzt werden. Auf der Online-Plattform KSIS (Kommunales Steuerungs- und Informationssystem) ist der aktuelle Stand der Projekte festgehalten und für jeden transparent einsehbar.

Zum Stadtentwicklungskonzept

Zu KSIS


Klimaanpassungskonzept &
Grünes Zimmer

DSC07610_GruenesZimmer_KMEin wichtiges Unterziel ist, die Widerstandsfähigkeit gegen Folgen des Klimawandels zu erhöhen. Auch Ludwigsburg ist schon heute spürbar von klimatischen Veränderungen betroffen. Vor allem längere Hitzewellen sowie häufigere und intensivere Starkniederschläge stellen die Kommune vor neue Herausforderungen. Der Klimaatlas des Verbands Region Stuttgart prognostiziert, dass sich die Tage mit Wärmebelastung in der Region bis 2100 verdoppeln werden. Vor allem die dicht bebauten und schlechter durchlüfteten Innenstädte werden sich „aufheizen“. Darum sollen Hitzeinseln verbannt und durch vertikale Begrünungselemente „Klimakomfortzonen“ geschaffen werden.

In Ludwigsburg sind mit dem Grünen Zimmer am Rathausplatz bereits 140 Quadratmeter Vegetationsfläche entstanden. Die Wände des Zimmers bestehen aus Gitterkörben, in denen rund 7000 Pflanzen verschiedener Pflanzenarten wachsen. Platanen bilden das Dach. So entsteht mitten in der Stadt eine grüne Insel, die an heißen Tagen für Schatten und Abkühlung sorgt.

Mehr Informationen zum Grünen Zimmer

Mehr zum Klimaanpassungskonzept


Modellprojekt „Wohnen Plus“

2564_weinbergblick 5_neckarweihingen_05_WBLAls Folge des demografischen Wandels steigt der Bedarf an seniorengerechten Wohnungen, die aufgrund von Ausstattung und Infrastruktur ein selbstbestimmtes Wohnen im Alter ermöglichen.
Die WBL begegnet dieser Entwicklung mit dem flexiblen Wohnraumkonzept „Wohnen Plus“. Als Pilotprojekt entstand im Weinbergblick 5 ein Mehrfamilienhaus mit 20 Wohnungen,
in dem zehn Zwei-Zimmer-Wohnungen an Senioren vermietet wurden. Im Erdgeschoss steht den „Wohnen Plus“-Mietern eine Gemeinschaftswohnung mit Garten zur Verfügung. Für Besucher ist dort ein Gästeappartement integriert. Das Modell ermöglicht so Pflege von sozialen Kontakten, bietet Raum für zwanglose Begegnungen und gemeinsame Aktivitäten und fördert eine aktive Nachbarschaftshilfe.

Mehr Informationen zum Modellprojekt


Städteaustausch zur Stärkung der Nachhaltigkeit

Städteaustausch
Durch den Austausch zwischen Kongoussi und Ludwigsburg profitiert die Stadtentwicklung hin zu einer inklusiven, sicheren, widerstandsfähigen und nachhaltigen Stadt: Die Wahrung des Kultur- und des Naturerbes wird gefördert – so wird in Ludwigsburg z.B. ein burkinischer Garten errichtet, um über die besonderen Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung in extremen klimatischen Bedingungen zu informieren und auch hier in der Bevölkerung ein Bewusstsein dafür zu schaffen.

Weitere Informationen zur Klimapartnerschaft

11c

Masterplan: Attraktives Wohnen „(Es) werden die Möglichkeiten für ein vielfältiges Wohnangebot für alle Bevölkerungsgruppen in einem sozial ausgeglichenen (…) Wohnumfeld geschaffen.“
Masterplan: Vitale Stadtteile „Bedarfsgerechter und bezahlbarer Wohnraum steht unterschiedlichen Zielgruppen zur Verfügung.“
Masterplan: Lebendige Innenstadt „In der Innenstadt gibt es qualitätsvollen Wohnraum für unterschiedliche Zielgruppen (…).“
Masterplan: Mobilität „(…) Die Mobilität der Bürgerschaft (wird) umwelt- und sozialverträglich sichergestellt.“
„Alle Menschen haben die Möglichkeit, sich uneingeschränkt von einem Ort zum anderen zu bewegen, um am Leben teilzuhaben.“
„Leistungsfähiges Radwegenetz, optimiertes Busnetz“
„Fußgänger erleben die Stadt neu, weil Brüche zwischen touristischen Zielen, attraktiven Zonen und der Innenstadt gemildert oder beseitigt sind.“
„Die Stadt reduziert verkehrliche Umweltbelastungen.“
Masterplan: Wirtschaft und Arbeit „Die Ludwigsburger Gewerbegebiete sind nachhaltig gestaltet.“
Masterplan: Zusammenleben von Generationen und Kulturen „Inklusion wird in Ludwigsburg aktiv gelebt.“